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Premiere der Deutschland-Tournee:
"Night of the Sultans"
feierte am 20. April in der Stuttgarter Schleyerhalle eine
glanzvolle Premiere. Für associated Press berichtete
Kathrin Haasis:
Ein Happy End für Prometheus
Tanzspektakel "Night of the Sultans" auf Deutschlandtour
-Auftakt in Stuttgart
Stuttgart (AP) So gefällt der Orient dem Okzident: bauchtanzende
Frauen, schwertkämpfende Männer, glitzernde Kleider
und verführerische Rhythmen. "Night of the Sultans"
nennt sich die jüngste große Tanztheaterproduktion,
die bis zum 8. Mai durch Deutschland tourt. Beim Auftakt am
Mittwoch in der Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyer-Halle waren
laut Veranstalter knapp 3.000 Zuschauer dabei. Das 70-köpfige
Ensemble bot ihnen eineinhalb Stunden lang eine Mischung aus
Modern Dance, Ballett, orientalischer Folklore und Akrobatik.In
zehn Kapiteln und 34 Choreografien wird in "Night of
the Sultans", das den Untertitel "Performing Pandoras
Legend" trägt, die Sage von Prometheus in einer
neuen Version erzählt.
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Statt Jahrtausende lang an die
Felsen des Kaukasus gekettet zu werden, wo dem Göttersohn
jeden Tag ein Adler an die Leber geht, gibt es in dieser Show
ein Happy End nach Hollywoodmanier, eine Hochzeit in Weiß
und ein grandioses Finale inklusive Feuerwerkskunst. Nachdem
Prometheus (getanzt von Musa Gökhan Ayatar) den Menschen
erschaffen und ihm trotz göttlichen Verbots das Feuer
geschenkt hat, schöpft Hephaistos (Osman Karpat Deviren)
die schöne Pandora (Iryna Hlushuak) und schickt sie samt
ihrer Büchse des Bösen auf die Erde. Dort verführt
sie Prometheus, das Böse entsteigt ihrem Gepäck
und der Göttersohn wird in Fesseln gelegt, bis die Menschen
rebellieren und ihn erlösen...., ein Spektakel eben,
das es mit Vorgängern wie "Lord of the Dance"
aufnehmen kann. Auf bereits bewährte Elemente setzen
die Macher dabei, auf die rasante Abwechslung zwischen sinnlichen
Soli der männlichen und weiblichen Hauptakteure und dem
großartigen Gruppenauftritt, aufgepeppt mit athletischen
Einlagen wie Salti, Spagatsprünge und ausdauernde Drehungen,
die die Zuschauer zu "Ahs" und "Ohs" hinreißen.
... ein grenzenloser Stilmix aus östlicher Flöten-
und Sitarmelodien sowie westlichen Popklängen begleitet
die Tänzer dazu.
Und immer dann, wenn mindestens drei Dutzend Künstler
gleichzeitig die Bühne bevölkern, wenn ihre Bewegungen
in perfekter Synchronisation ablaufen, wenn sie symmetrische
Figuren bilden und bunte Muster, die sich wieder in unifarbene
Aufstellungen ordnen, wirkt die Aufführung am Beeindruckendsten.
Ein absoluter Höhepunkt ist, wie die Bauchtanzvortänzerin
(Nazan Özen) ihre Hüfte, die aus Gummi gemacht zu
sein scheint, sekundenschnell wackeln lässt, wie sie
sich biegt und verrenkt wie eine Schlange. So atemberaubend,
wie es für die Künstler sein muss, sieht außerdem
der Cancan der Männer aus, die lässig lächelnd
mit einem stets schneller werdenden Takt mithalten.
Aufwendige Kostüme
Zwischen den Szenen halten digitale Einblendungen das Publikum
auf dem Laufenden: Ein Buch schwebt dazu auf der Leinwand
ein, "Die Hoffnung stirbt zuletzt" oder "Prometheus
wird befreit und verliert seine Göttlichkeit" ist
dort dann zu lesen. Ansonsten werden der Handlung entsprechend
graue Wolkenungetüme, lodernde Flammen, ein nächtlicher
Sternenhimmel, Malereien aus dem Morgenland und ein in Stein
gemeißelter Zeus mit grell strahlenden Augen eingeblendet.
Das restliche Bühnenbild besteht links und rechts aus
einem Säulengang sowie einer Empore im Hintergrund. Dafür
sind die Kostüme umso aufwendiger: Prometheus trägt
ein gold-weißes Sultansgewand, seine Pandora becirct
ihn in einem schimmernden Zweiteiler, der Raum für viel
nackte Haut lässt. Die Bauchtänzerinnen treten abwechselnd
in schwarzer Spitze und in klimpernden Bustiers auf, während
der Fürst der Dunkelheit seinen muskulösen Oberkörper
zur Schau stellt.
Das Stück ist eine durch und durch europäische Kreation:
Sie stammt von dem deutschen Autor, Regisseur und Schauspieler
Rufus Beck, dem türkischen Komponisten und Musiker Kader
Kesek und dem französischen Art Director und Choreografen
Manuel Joel Mandon. Produziert wurde sie von Marcel Avram,
der sich als Tourneeveranstalter von Paul McCartney, Michael
Jackson oder den Rolling Stones einen Namen gemacht hat. Der
Tanztruppe gehören hauptsächlich Türken an,
aber auch Russen, Osseten, Inguschen und andere Nationalitäten
des östlichen Raums, in dem schließlich die Handlung
angesiedelt ist. Die Weltpremiere fand denn auch im Oktober
vergangenen Jahres in Istanbul statt. Aber der morgenländische
Einfluss bei "Night of the Sultans" hört dort
auf, wo der abendländische Geschmack anfängt...
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